Chancen nach der Rezession
Unternehmensnachfolge ein Schwerpunkt der kommenden Jahre
Meldung der IHK Chemnitz vom 16.09.2009. Der Geschäftsklimaindex, der sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate abbildet, weist nach seinem Abwärtstrend seit 2007 – dank optimistischer Prognosen - wieder nach oben.
Nach den abgegebenen mittelfristigen Prognosen sind für die südwestsächsische Wirtschaft erste Lichtblicke nach dem Pessimismus zur Jahreswende 2008/09 auszumachen. War ursprünglich jedes zweite befragte Unternehmen von sich verschlechternden Geschäften in 2009 ausgegangen, befürchtet dies aktuell nur noch jedes fünfte Unternehmen. Dabei sind die Aussichten zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen weiter differenziert, so die IHK.
Gerade in Zeiten der Rezession gibt es eine Reihe Möglichkeiten und Strategien, wie Unternehmen der Krise nicht nur trotzen, sondern sie sogar für ihre strategische Weiterentwicklung nutzen können. Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern die Ausrichtung und die Ressourcen eines Unternehmens auf den Prüfstand stellen! Zahlreiche Entwicklungen in den zurückliegenden Jahren haben gezeigt. dass Rezession und Konjunktur sich ständig abwechseln, die Auslöser und die Auswirkungen aber unterschiedlich sind. Aus diesem Grund sind:
die Chancen zu nutzen, die Weichen für die Steigerung der Leistungsfähigkeit zu stellen.
die Zeit zu nutzen, um Überlegungen zu treffen zur:
Verbesserung der Akquisition (Kunden- und Fach- und Führungskräfte),
Schaffen neuer Geschäftsfelder und innovative Produkt- und Serviceangebote (neue Märkte erschließen),
Nutzen von Partnerschaften (Netzwerke ausbauen),
Verstärkung der Firmenwerbung (neue Medien),
Auslotung langfristig tragfähige Finanzquellen und kurzfristigen Einsparungsmöglichkeiten (Kosten senken),
Qualifizierung der Mitarbeiter
Die sächsische Wirtschaft hat in den vergangenen 20 Jahren mit großem Erfolg die Leistungsfähigkeit in den Kernbranchen und die Exportkapazität ausbauen können. Dabei ist gerade jetzt die solide Haushaltsführung und vorausschauende Investitionsmanagement der Unternehmen als positive Grundlage zu nennen. Ein Grossteil der Unternehmen steht aber zusätzlich zu den zur Zeit anstehenden wirtschaftlichen Schwerpunkten vor der Herausforderung der personellen Unternehmensnachfolge. Laut Aussagen wissenschaftlicher Studien stehen im Zeitraum von 2005-2009 bis zu 14.000 Unternehmensübertragungen an. Es wird prognostiziert, dass über 8% dieser Unternehmen aufgrund einer ungeklärten Nachfolgeregelung stillgelegt werden müssen. Das Thema der Unternehmensnachfolge ist also sowohl wirtschafts- als auch arbeitmarktpolitisch von größter Bedeutung.
Das sächsische Wirtschaftsministerium will daher gemeinsam mit den sächsischen Kammern mittelständische Unternehmen in Sachsen noch nachhaltiger beim Generationswechsel Aktivitäten unterstützen. Es hat daher 2006 beim ifo Institut für Wirtschaftsforschung eine Studie in Auftrag gegeben, die gezielt Fragen der Nachfolgeregelung vor dem Hintergrund des sich im Freistaat Sachsen abzeichnenden demographischen Wandels analysiert.
Die Studie IFO INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG führt unter anderem als dringend notwendigen Schwerpunkt an, dass die drohenden negativen Folgen scheiternder Unternehmensnachfolgen nur dann vermieden werden können, wenn sich Übergeber und Übernehmer frühzeitig und umfassend informieren und die Planung rechtzeitig und umfassend in Angriff nehmen.
Die Studie zeigt, dass in Sachsen ein dringender Nachholbedarf besteht . Aufgrund der Vielschichtigkeit der im Rahmen einer Unternehmensnachfolge zu lösenden Aufgaben sollte die Planung der Übergabe frühzeitig beginnen. Fachleute empfehlen hier einen Zeithorizont von etwa zehn Jahren vor Übergabetermin. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass sächsische Mittelständler dazu neigen, sich zu spät mit dem Nachfolgeprozess auseinanderzusetzen. Hier besteht die Gefahr, dass die Unternehmen unvorbereitet in eine Nachfolgesituation geraten und so den Fortbestand des Unternehmens, ihr Vermögen und die Arbeitsplätze massiv gefährden.
Für die erfolgreiche Unternehmensnachfolge müssen eine Reihe von Aufgaben bewältigt werden, die sowohl für den Inhaber als auch für den Nachfolger eine große Herausforderung darstellen. Hinzu kommt, dass im Rahmen der BASEL II Vereinbarungen die unternehmerischen Entwicklungspotenziale eine immer größere Rolle bei der Kreditvergabe spielen.
Des weiteren sind folgende Anstriche für eine Betriebsübergabe zu beachten:
verschiedenen Formen der Betriebsübergabe
Unternehmensbewertung
Rechtliche und steuerliche Aspekte der Unternehmensnachfolge
Planung einer Betriebsübernahme
Finanzierung der Betriebsübernahme
Umfassendere Informationen zum Thema Unternehmensnachfolge bietet das Netzwerk des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft gGmbH (BSW) an. Unternehmen, deren Nachfolgeregelung noch nicht geklärt ist, haben die Möglichkeit, sich an das BSW zu wenden. Das BSW und die anderen Projektpartner unterstützen abgebende Unternehmen bei der Nachfolgesuche und begleiten den Prozess auch in Bezug auf offene Fragen, die mit der Übergabe in Zusammenhang stehen.
Bei der Behandlung des Themas Unternehmensnachfolge ist sehr deutlich geworden, dass die Unternehmenskultur bei der Erziehung und Ausbildung der nachwachsenden Generation bisher eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat. Auch dieser Problematik wird sich gestellt. In der Ansprache der jungen Leute hat sich aber gezeigt, dass man durchaus offensiv mit dem Thema umgehen möchte und dass bei vielen der Schritt in die Selbständigkeit bei entsprechender Begleitung eine denkbare Alternative ist. Studenten der TU Chemnitz haben diesen Prozess selbst in die Hand genommen. Ab Anfang 2010 organisiert der RCDS / RCDA gemeinsam mit der MIT aller zwei Monate in der TUC entsprechende Vorlesungen und Seminare.