von Frank Heinrich, CDU, MdB
Am 01.11.2012 fand unter dieser Überschrift eine Veranstaltung der CDU und MIT Chemnitz in der Bildungswerkstatt Chemnitz statt. Ich habe mich sehr gefreut, dass mit Ines Saborowski-Richter MdL, dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Chemnitz Dr. Frederik Karsten und dem Geschäftsführer Interner Service der Agentur für Arbeit Regionaldirektion Sachsen Ralph Burghart äußerst kompetente Gesprächspartner zur Verfügung standen.

Die demographische Entwicklung in Sachsen und Chemnitz stellt eine der entscheidenden Herausforderungen für unsere Region dar: Die Bevölkerung schrumpft, die Gesellschaft altert, Unternehmen finden mittlerweile kaum noch Bewerber für Ausbildungsplätze. Im Gegenteil, in Chemnitz stehen weniger Schulabgänger zur Verfügung als es potentielle Stellen gibt. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Unbestreitbar ist, dass heutzutage weniger Kinder geboren werden und so von vornherein weniger Menschen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist mit der Fokussierung der Bildungspolitik auf universitäre Ausbildung und die Erhöhung des Anteils der Studenten das Bewerberpotential für Ausbildungsberufe dramatisch verkleinert worden. Vor allem die Kammern kritisieren diese Entwicklung, da gerade die sehr gut ausgebildeten Facharbeiter ein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Wirtschaft charakterisieren und somit einen Standortvorteil weltweit markieren.
Der Vorschlag des Podiums, die Mittel(Ober-)schule zu stärken, kann aus diesem Zusammenhang nicht verwundern. Ich kann mich dieser Auffassung ebenfalls voll und ganz anschließen. Die Möglichkeiten der Dualen Ausbildung ermöglichen die individuelle Förderung der jungen Menschen. Gerade dieser Aspekt der beruflichen Entwicklung sorgt für die Leistungsfähigkeit des deutschen Mittelstandes, dem Bereich der Wirtschaft, der es ermöglichte die Wirtschaftskrise seit 2008 erfolgreich entgegenzutreten.
Darüber hinaus wurden verschiedene Lösungsmöglichkeiten des demographischen Problems erörtert. Familienfreundliche Unternehmenskultur, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die freie Wahl der Erziehungsform (bspw. zu Hause oder in der KiTa) waren einige markante Zielsetzungen. Einigkeit herrschte vor allem in einem Punkt. Der Staat kann und soll nicht die Erziehung der Kinder übernehmen. Studien belegen, dass gerade die frühzeitliche Bindung der Kinder an die Eltern essentiell für die Entwicklung eines jeden Neugeborenen ist und die Trennung von Mutter und Vater Risiken erhöht.
Über die Akzeptanz dieses Phänomens bei Podium und Auditorium war und bin ich sehr froh. Denn ohne Familie und den ausdrücklichen Wunsch von Männern und Frauen Kinder zu bekommen, kann eine Lösung des demographischen Systems nicht erfolgen. Der Gesellschaft muss klar werden, dass Kinder ein Segen und keine Belastung sind. Wenn uns diese Erkenntnis klar wird, dann bin ich guter Dinge für die Zukunft.